Wechseldruckmatratzen | Vorbeugend gegen Dekubitus
Der Online-Bummeln-Geher am 27. Oktober 2009Wechseldruckmatratzen nennt man auch als Dekubitusmatratzen und werden gegen die Bildung von Liege- und Druckgeschwüren eingesetzt. Diese entstehen im Besonderen bei länger bettlägerigen Patienten. Dabei ist zu beachten das Wechseldruckmatratzen nicht von der Pflicht befreien, bettlägerige Kranke im halbstündigen Rhythmus umzulagern.
Wechseldruckmatratzen werden direkt auf die normale Matratze aufgelegt. Mit Hilfe eines Kompressors werden, die sich in der Matratze befindenden Luftkammern abwechselnd aufgeblasen bzw. abgelassen, so dass die gefährdeten Körperstellen entlastet werden. Die Wechseldruckmatratze gibt dem Patienten das Gefühl zu schweben.
Dekubitus, was ist das eigentlich?
Tritt besonders bei älteren bettlägerigen Menschen auf und ist oft eine Folge des einwirkenden Auflagedrucks auf diverse Hautpartien. Dabei entstehen oberflächliche aber zuweilen auch sehr tiefe Gewebedefekte bzw. Geschwüre, diese heilen wegen der geringen Durchblutung sehr schlecht. Erste Anzeichen sind rote Druckstellen, die sich nicht, nach der Umlagerung, innerhalb von Sekunden zurückbilden. Werden sie nicht rechtzeitig erkannt, entwickeln sich rasch tiefer im Gewebe liegende Entzündungen, die mit einer Blasenbildung einhergehen können. Dunkelblaues oder schwarzes Gewebe zeigen an, dass das Gewebe bereits abgestorben ist und der Dekubitus schon weit voran geschritten ist, im Folgenden bilden sich tiefe Krater (siehe www.medizin-blog.net). Eine Behandlung sollte schon bei den ersten Anzeichen erfolgen, daher ist die Kontrolle und die, wenn möglich schnelle Mobilisierung des Patienten unerlässlich. Glücklicherweise sind die Behandlungsmethoden in den letzten 15 Jahren weiter voran geschritten und mit Hilfe von Feuchtverbänden bestehen gute Heilungschancen. Besonders Dekubitus gefährdete Körperstellen sind Fersen, Ellenbogen, Schulterblätter, Hinterkopf sowie Kreuz- und Steißbein.
Wie schon oben erwähnt, können Wechseldruckmatratzen das Auftreten von Dekubitus nur in Verbindung mit häufiger Umlagerung verhindern. Ein Nachteil, der nicht unerwähnt bleiben darf, ist die enorme Geräuschentwicklung des Kompressors.
Einer Wechseldruckmatratze erhält der Patient auf Grund einer ärztlichen Verordnung bzw. auf Antrag bei den betreuenden Pflegekassen, wenn eine Pflegestufe festgestellt wurde oder wenn es absehbar ist, dass der Patient auch ohne Pflegestufe über einen längeren Zeitraum hinweg bettlägerig sein wird. Nicht immer aber werden diese von den entsprechenden Pflegekassen auch genehmigt, da die Wirkung der Wechseldruckmatratzen von diesen bzw. deren medizinischen Diensten nicht anerkannt wird oder davon ausgegangen wird, dass eine halbstündige Umlagerung des Patienten als vorbeugende Maßnahme vollkommen ausreichend ist.
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